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Der Berliner Kurfürstendamm: Was er war und ist.


Der Kurfürstendamm, meist liebevoll als Kudamm bezeichnet, ist ein Wahrzeichen von Berlin und die bekannteste Einkaufsstraße Deutschlands. Die Geschichte des Boulevards ist eine Erfolgsstory. Und doch steht die Entwicklung der berühmtesten Straße des Landes häufig in der Kritik. Der Kudamm ist nicht mehr das, was er einmal war, heißt es dann. Wir haben einen Blick auf die Geschichte der Berliner Einkaufsmeile geworfen und zeigen auf, was der Kudamm war, wie er geworden ist, was er ist und wie die beliebte Sehenswürdigkeit der Stadt heute aussieht.

Der Champs-Elysées von Berlin

Die Pariser Prachtstraße war einst das große Vorbild, als zur Kaiserzeit mit der Entwicklung des Kudamms begonnen wurde. Der damals rasant wachsenden Bevölkerungszahl Berlins sollte eine angemessene Flaniermeile geboten werden, mit Unterhaltungsmöglichkeiten, Cafés und Ladenpassagen. In den goldenen 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte der Boulevard einen wahren Boom. Es entstand ein Ausgeh-Areal für das aufstrebende Bürgertum, mit Theatern, Tanzdielen und Cafés. Während in den oberen Etagen wohl betuchte Leute in teuren Wohnungen lebten, füllten sich die Erdgeschosse mit noblen Cafés, in denen es sich das Etablissement gut gehen ließ. Bis heute ist das 1932 eröffnete Café Kranzler erhalten, das sich jedoch über die Jahre derart gewandelt hat, dass der Glanz der Anfangsjahre kaum noch zu erahnen ist.

Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Straße in ein Trümmerfeld verwandelt, das im Anschluss schnell wieder zu einer Vergnügungsstraße mit Cafés, Restaurants und Boutiquen wurde. An die Ruinen erinnert noch heute die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Zoo. Sie ist ein Mahnmal an die Generationen, sich solcher zerstörerischen Politik entgegenzustellen.

Rasante Entwicklung nach dem Mauerfall

Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer erlebte die Stadt einen unaufhaltsamen Wandel. Bald darauf begann zudem eine neue weltweite technische Revolution, die zahlreichen anerkannten Institutionen ein Ende setzte. Auf dem Kudamm traf es zunächst die Kinos. Heute ist nur noch der Zoopalast erhalten, der mit seinem Programm die Kinowelt Berlins überstrahlt.

In der Mitte der neunziger Jahre und um die Jahrtausendwende wurden die ersten großen Bürogebäude errichtet. Seither wachsen die Türme reihenweise in die Höhe. Der Kudamm befindet sich in einem steten Wandel, immer neue Gebäude prägen das Bild.
Das ehrwürdige Café Kranzler befindet sich in einem ständigen Auf und Ab. Mal muss es schließen, ein anderes Mal ist es bloß Anhängsel eines Modegeschäftes. Das Straßenbild des Boulevards ist heute von riesigen Einkaufspassagen geprägt. Vor allem der Besuch im Kaufhaus des Westens ist für jeden Besucher der Stadt ein Muss. Doch obwohl der Handel in der breiten Straße floriert, können Berlinerinnen und Berliner den neuen Entwicklungen nicht viel Gutes abgewinnen. Viele wünschen sich den guten alten Boulevard zurück, wie sie ihn aus der guten alten Zeit kannten.

Nostalgie bestimmt das Bild

Die Entwicklung zur hippen Einkaufsmeile mit trendigen Modemarken und schicken Bars ist in vollem Gang und von vielen Anwohnern überhaupt nicht gern gesehen. Bekannte Cafés, Restaurants und Boutiquen verschwinden und machen Platz für eine neue Generation, die weit entfernt ist von dem Charme der etwas angestaubten, aber dennoch beliebten alten Boulevards-Atmosphäre. Und auch wenn Institutionen wie der Zoo-Palast noch lebendig sind, so fehlt ihnen doch die gewohnte Ehrwürdigkeit. Auch erinnert das letzte Kino der Straße an die Zeiten, in denen hier jeden Abend Tanz, Theater und Film ganze Menschenmassen begeisterten. Der Kudamm wird nicht wieder werden, was er einmal war. Aber die Menschen werden sich an den Wandel gewöhnen und das Neue lieben lernen.

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